Die BIM-Experten von morgen

Einblicke in die Lehre an der Bergischen Universität Wuppertal

Die Baubranche braucht BIM-Experten. Daher haben in den letzten Jahren viele Universitäten und Hochschulen in Deutschland alles darangesetzt, ihren Studierenden diese Expertise zu vermitteln. Die Bergische Universität Wuppertal ist eine unserer Partner-Hochschulen. Aktuell wird in der Lehre unsere AVA-Software AVANTI im BIM-Modul wie auch in der BIM-Summerschool gelehrt. Wir haben das zum Anlass genommen, mit der Leiterin des BIM Instituts Agnes Kelm zu sprechen.

Die Bergische Universität Wuppertal möchte, wie andere Unis und Hochschulen auch, BIM in der Lehre etablieren. Was bieten Sie in diesem Umfeld an?

Es sind derzeit zwei Veranstaltungsreihen: Das ist zum einen das BIM-Modul, welches unsere Studierenden absolvieren können. Zum anderen ist es die BIM-Summerschool, zu der Studierende aus ganz Deutschland für eine Woche zusammenkommen. In beiden Fällen arbeiten angehende Architekten und Bauingenieure zusammen. Sie bilden Arbeitsgruppen, um die vorgegebenen BIM-Projekte umzusetzen. Diese Zusammenarbeit war uns von Anfang an wichtig, denn sie entspricht auch dem Kulturwandel in der Branche, der zu einem großen Teil dem BIM-Prozess geschuldet ist.

Um welches BIM-Projekt handelt es sich ganz praktisch?

Die TeilnehmerInnen entwerfen in diesem Jahr gemeinsam einen Pavillon für den Mirker Bahnhof (Utopiastadt) in Wuppertal. Ihre Aufgabe ist es, zuerst ein Umgebungsmodell anhand der Informationen zu erstellen. Der Pavillon wird geplant, bemustert und später kalkuliert (mit AVANTI). Dabei teilen sich mehrere Gruppen das Projekt auf. Eine beschäftigt sich mit Robotik auf der Baustelle. Eine andere führt ein Baufortschrittsdokument und macht die Kontrolle. Und wieder eine andere Gruppe führt eine virtuelle Bemusterung mithilfe von VR (Virtual Reality) – Technologie durch. Alle diese Teilprojekte liefern Informationen für das große Ganze. Eine Woche vor der Prüfung werden die Unterlagen abgegeben. Wir bewerten dann diese parallelen Ausarbeitungen der Gruppen zu jeweils 5 – 6 Studierenden. In diesem Jahr gibt es noch eine Besonderheit: Der Pavillon soll tatsächlich gebaut werden und zwar im Rahmen des „Dig IT Campus“.

Online-Vorlesung mit Andreas Haffa (SOFTTECH) zum Thema „BIM-basierte Mengen- und Kostenermittlung“ im Rahmen der BIM-Summerschool im August 2020

Also wird aus der Planung auch Realität, das ist doch praxisnah! Was genau ist in dem Zusammenhang der „DigIT_Campus“?

Das ist eine ganz neue Herausforderung, dem sich unser Fachbereich gemeinsam mit anderen Akteuren stellt. Ziel ist es, die Digitalisierung auch im Bauhandwerk voranzutreiben. Auszubildende verschiedener Gewerke sollen nach den Entwürfen den Pavillon tatsächlich bauen. Sie lernen, sich per Model Viewer das Gebäude anzusehen und sich aus der Planung Mengen und Massen zu ziehen. Daraus entstehen dann die Angebote. Und im Endeffekt wird der Pavillon dann auch gebaut. Das ist eine Win-Win-Situation für unsere Studierenden und auch die Auszubildenden, denn hier zeigt sich der Mehrwert von BIM in seinem ganzen Umfang. Das Projekt wird im Oktober nach der BIM Summerschool beginnen.

An welcher Stelle ist AVANTI in die Lehre an der Uni Wuppertal eingebunden?

AVANTI ist Teil des Gesamtprozesses, in unserem Lehrplan wie auch im echten BIM-Prozess. Wir haben AVANTI als AVA-Software gewählt, weil die Software gut durchdacht und anwenderfreundlich ist. Außerdem besitzt sie eine direkte Schnittstelle zu Revit® und eine optimierte IFC-Schnittstelle, um CAD-Zeichnungen einlesen zu können. SOFTTECH unterstützt uns, indem sie Webseminare zur BIM-basierten Kalkulation mit AVANTI anbieten. Ich sehe einen großen Vorteil darin, dass die beiden Referenten Fachleute sind, Michael Müns ist Architekt und Andreas Haffa Bauingenieur. Beide schaffen es auch immer wieder, mit Beispielen aus der Praxis den Mehrwert einer AVA-Software zu vermitteln. Im Nachgang finden noch mehrere „Online-Sprechstunden“ statt, in denen die Projektarbeiten mit AVANTI besprochen werden können Damit erhalten unsere Studierenden die bestmögliche Unterstützung von Seiten SOFTTECH.

Worin sehen Sie das Besondere an den BIM-Angeboten an der Bergischen Universität Wuppertal?

Wir möchten unseren Studierenden möglichst umfassend die einzelnen Phasen im BIM-Prozess vermitteln, von der Planung bis zum fertigen Gebäude. Dabei sind viele Personen involviert, die miteinander kommunizieren müssen, digital und auf zwischenmenschlicher Ebene. Das ist sehr praxisnah und macht uns und den Studierenden sichtlich Spaß!

Margret Wesely

Margret Wesely

Ich habe Spaß an der Aufgabe, unsere SOFTTECH-Produkte öffentlichkeitswirksam ins rechte Licht zu rücken. Dazu gehört zielgruppenspezifisches Marketing, aber auch die entsprechende Pressearbeit. Mehr erfahren: blog.softtech.de/unsere-autoren