Welche Änderungen bringt BIM (Building Information Modeling) heute und in Zukunft?

Workshop von saaris bietet Forum für Fragen aus dem Mittelstand

Eingeladen zum Workshop hat Dr.-Ing. Thomas Siemer, bei saaris (saarland.innovation&standort e. V.) verantwortlich für BIM. Siemer beschreibt das Konzept so: „Es gibt einen Impulsvortrag. Dann stellen wir ein aktuelles BIM-Projekt vor und es folgt ein BIM-Fachbeitrag. Fragen, Anmerkungen zu eigenen Erfahrungen und neue Ideen sind unbedingt erwünscht. Neben der Information soll vor allem der Austausch untereinander nicht zu kurz kommen.“ Die Idee zu den Workshops kam ihm in Gesprächen mit regionalen Unternehmern aus der Baubranche. Sie wünschten sich mehr Informationen, wie sie BIM praktisch umsetzen könnten. Dank der großen Nachfrage konnte der Workshop bis Februar 2019 gleich drei Mal stattfinden. Die Teilnehmer waren Architekten, Planer, Bauunternehmer, Handwerker, Ingenieure aus dem Straßen- und Brückenbau, Mitarbeiter von Ministerien und Lehrer von Berufsschulen aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und dem angrenzenden Luxemburg.

Studie zur Digitalisierung in der Bauwirtschaft

Einen der Impulsvorträge hielt Dipl.-Kffr. Tanja Leis, Projektleiterin der RG-Bau im RKW Kompetenzzentrum in Eschborn. Sie erläuterte die Ergebnisse der RG-Bau Studie „Digitalisierung und Beschäftigung in der Bauwirtschaft – Qualifikationsanforderungen und Kompetenzen für eine digitale Bauarbeitswelt“ Mehrheitlich sahen die dort Befragten keine neuen Berufe, wie beispielsweise den BIM-Koordinator oder den BIM-Manager, als notwendig. Sie setzten vielmehr auf Qualifizierung ihrer eigenen Mitarbeiter. Dafür wünschten sie sich speziell auf die Bedürfnisse ihrer jeweiligen Unternehmen zugeschnittene Fort- und Weiterbildungsangebote. Weitere Ergebnisse der Studie sind auch im Blog-Artikel der RKW nachzulesen.

Erste eigene Erfahrungen mit BIM

Eine weitere Referentin war Frau Sandra Koch-Wagner von der Baugesellschaft OBG. Sie berichtete eindrucksvoll von ihren ersten erfolgreichen Praxiserfahrungen: „BIM macht Arbeit, aber auch Spaß. Wir üben derzeit an einem realen Bauprojekt, das wir zweifach planen. Einmal klassisch und zusätzlich mit der BIM-Methode“. Ziel sei es, auf diese Weise herauszufinden, in welchem Bereich sich ein Profit mit der neuen Planungsmethode herauskristallisiere. „Beispiele für unsere Vorteile mit BIM: Wir erhalten in einem frühen Stadium eine stimmige Planung und arbeiten jetzt permanent mit aktuellen Bautagebüchern“.

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Optimierung der Prozesse mit BIM

Die Bauunternehmerin Luisa Kläs von der Kläs GmbH & Co KG erklärte, warum sich ihr Unternehmen so frühzeitig mit dem Thema BIM auseinandergesetzt hat: Für sie und ihre Kollegen war der Aufwand zur Nachbearbeitung von Angeboten zu groß. Während der Prüfungen stellten sie unter anderem Inkonsistenzen fest und mussten Mengenansätze händisch nachermitteln. Das Ziel war daher, einen durchgängigen Prozess zu etablieren, der alle notwendigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt bereithält. Neben der Visualisierung des Modells sollte die Digitalisierung des Angebotsprozesses von der ersten Mengenermittlung bis hin zum fertigen Angebot dazu beitragen.

Arbeiten am BIM-Modell mit digitalen BIM-Werkzeuge

Ergänzend dazu zeigte Andreas Haffa von der SOFTTECH GmbH in seinem Vortrag anhand von Software-Beispielen, wie BIM bereits in der Visualisierung des ersten Entwurfs Einzug hält, über die konkreten Zeichnungen eines CAD-Modells (zum Beispiel aus SPIRIT, Revit® oder ARCHICAD) bis hin zur mengenbasierten Massenermittlung mit einem AVA-Programm (in diesem Fall AVANTI). Sein Fokus lag dabei auf der Übermittlung von Daten über (IFC-) Schnittstellen während des BIM-Prozesses. Hier konnte Andreas Haffa auch sein Expertenwissen als Leiter der Fachgruppe Kostenermittlung bei buildingSMART einbringen. Diese Gruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, herstellerunabhängige und einheitliche Standards für die modellbasierte Mengen- und Kostenermittlung im BIM-Prozess zu schaffen. Am Ende seines Vortrags wies Andreas Haffa die Teilnehmer noch auf den BIMiD-Leitfaden von „Mittelstand 4.0, Kompetenzzentrum Planen und Bauen“ hin. Diese vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Initiative soll kleinen und mittelständischen Unternehmen den Einstieg in BIM erleichtern.

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Informationen sammeln und Netzwerke knüpfen

Entsprechend dem Konzept der Workshops blieb während und nach der offiziellen Veranstaltung beim Get-together viel Raum für Diskussionen und Austausch. Manche Neulinge in Sachen BIM konnten sich Tipps von erfahreneren Kollegen abholen. Ein Teilnehmer, Michael Erhardt von der Bauunternehmung Erhardt + Hellmann aus Homburg, vertrat folgende Meinung: „Natürlich kostet es zunächst, wenn ich BIM in unserem Unternehmen mit Software und Schulungen der Mitarbeiter einführe. Wenn ich aber einige Jahre vorausschaue, dann werde ich mit dieser Arbeitsweise Geld verdienen. Und ich bin vorbereitet. Ich kann am Markt agieren und muss nicht plötzlich reagieren, um die neuen Anforderungen erfüllen zu können.“

„Wir machen weiter“

Das steht für Dr.-Ing. Thomas Siemer von der saaris fest. „Die Workshops waren intensiv und wir als Veranstalter haben gemerkt, dass Fragen „Wie setze ich BIM um? Wo soll ich anfangen?“ genau den Nerv der Zeit treffen. Die Teilnehmer möchten fachliche Informationen, aber sie brauchen auch die Möglichkeit zum Austausch. Als Förderer und Unterstützer der saarländischen Wirtschaftsunternehmen bieten wir mit saaris genau das an.“ Siemer sieht auch in SOFTTECH weiterhin einen guten Partner in dieser Mission.

Ihr Ansprechpartner bei saaris für Building Information Modeling

Dr.-Ing. Thomas Siemer, 0681 9520-459 thomas.siemer@saaris.de

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Margret Wesely

Margret Wesely

Ich habe Spaß an der Aufgabe, unsere SOFTTECH-Produkte öffentlichkeitswirksam ins rechte Licht zu rücken. Dazu gehört zielgruppenspezifisches Marketing, aber auch die entsprechende Pressearbeit. Mehr erfahren: blog.softtech.de/unsere-autoren